Was ist ein SIM-Port-Hack?
Eine zunehmend vernetzte Welt bedeutet mehr Flexibilität für Ihre Mitarbeiter. Mit dem Fernzugriff auf Netzwerksysteme über mehrere Geräte führen Sie jedoch möglicherweise weitere anfällige Zugriffspunkte in Ihrem Unternehmen ein. Ein Beispiel dafür ist das Mobiltelefon.
Zwar erlauben viele Unternehmen Endgeräteverbindungen zu einem sicheren Netzwerk – und haben bereits Maßnahmen zumSchutz dieser Endgeräteverbindungen eingeführt –, doch erweisen sich einige dieser Sicherheitsmaßnahmen nun als die unsichersten.
Im August 2019 wurde bekannt, dass eine Gruppe von Hackern mithilfe eines SIM-Port-Hacks die Kontrolle über das Twitter-Konto von Twitter-CEO Jack Dorsey erlangt hatte. Vereinfacht ausgedrückt, hatte die Gruppe Dorseys Mobilfunkanbieter davon überzeugt, Dorseys Nummer einem neuen Telefon zuzuweisen, das sie kontrollierten.
SIM-Port-Hacks, auch SIM-Swapping oder SIM-Hijacking genannt, sind die neueste Methode, die Hacker gefunden haben, um auf die Online-Konten oder sicheren Netzwerke anderer zuzugreifen.
In diesem Artikel erklären wir, was ein SIM-Port-Hack ist und wie Sie sich davor schützen können.
Was ist ein SIM-Port-Hack?
Bei einem SIM-Port-Hack handelt es sich im Grunde genommen um einen Hacker, der Ihren Mobilfunkanbieter davon überzeugt hat, Ihre Telefonnummer auf einem anderen Gerät zu aktivieren. Er sucht nach einem Einstiegspunkt, um Zugang zu Ihrem sicheren Netzwerk oder einer beliebigen Anzahl Ihrer Online-Konten zu erhalten.
Um einen SIM-Port-Hack auszuführen, müssen Hacker zunächst persönliche Informationen über ein Opfer sammeln, in der Regel durch Phishing oder durch den Kauf von Informationen auf einem Online-Marktplatz.
Sobald die persönlichen Daten in Erfahrung gebracht wurden, wendet sich der Hacker an den Mobilfunkanbieter des Opfers und überredet ihn, die Telefonnummer des Opfers auf eine andere SIM-Karte zu übertragen. Die Hacker verwenden die erlangten persönlichen Daten, um das Konto zu authentifizieren.
Sobald der SIM-Port-Hack abgeschlossen ist, werden alle Telefonanrufe und Textnachrichten des Opfers auf dem Telefon des Hackers eingehen. Durch den Zugriff auf das Telefon des Opfers kann der Hacker einmalige Passwörter oder Verifizierungscodes erlangen, die an das Opfer gesendet werden. Auf diese Weise können sie die Sicherheitsfunktionen eines sicheren Netzwerks oder von E-Mail-Konten knacken, um an noch mehr Informationen zu gelangen.
Unternehmen müssen sich dieser Art von Hackerangriffen bewusst sein und sich davor schützen, indem sie Tools und Sicherheitsfunktionen implementieren.
Schützen Sie sich vor einem SIM-Port-Hack
Viele Unternehmen bieten„Bring Your Own Device“- Programme (BYOD) an. Damit diese Programme reibungslos funktionieren, sollten Netzwerksicherheitsadministratoren verschiedene Maßnahmen ergreifen, um die Folgen eines SIM-Port-Hacks zu vermeiden:
- Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, wie sie Phishing-Versuche vermeiden und auf die Warnzeichen eines SIM-Port-Angriffs achten können.
- Fordern Sie eine Portvalidierungsfunktion für Ihr Konto an. Dies würde ein weiteres Passwort für Ihre SIM-Karte erfordern, um auf ein anderes Gerät portiert zu werden.
- Alle SIM-Transfers müssen von einem Mitarbeiter des Unternehmens genehmigt werden.
- Verwenden Sie anstelle der Zwei-Faktor-Authentifizierung einen Hardware- oder Software-Schlüssel für zusätzliche Sicherheit.
Der Schutz der Geräte Ihrer Mitarbeiter vor SIM-Port-Hacking sollte nur ein Teil des Notfallwiederherstellungsplans jedes Unternehmens sein.


