15. März 2019

Was ist ein Hypervisor?

Von Tobias Geisler Mesevage
InfrastrukturServer-ÜberwachungSQL-Server

Definition des Begriffs „Hypervisor“

Ein Hypervisor ist eine Software, die nur einem einzigen Zweck dient – der Abstraktion und Isolierung von Betriebssystemen gegenüber der Hardware. Diese Abstraktion ermöglicht es Ihnen, mehrere Betriebssysteme in virtuellen Maschinen auf einem physischen Host-Rechner zu hosten und zu betreiben. Die Betriebssysteme in den virtuellen Gastmaschinen teilen sich alle Ressourcen des Host-Rechners wie Prozessor, Arbeitsspeicher, Netzwerkkarten usw.

Hypervisor-Typen

Die Virtualisierung Ihrer Betriebsabläufe spart Zeit und Geld, da Server dadurch mehrere Aufgaben gleichzeitig und dabei effizient ausführen können. Wenn Sie bereit sind, die Virtualisierung einzuführen, müssen Sie sich zwischen zwei Arten von Hypervisoren bzw. Virtual Machine Monitoren (VMM) entscheiden.

Ihr Hypervisor verwaltet und stellt die Ressourcen des Systems bereit. Dies kann auf zwei Arten geschehen – mit zwei Arten von Hypervisoren:

Typ 1: „Bare-Metal“-Hypervisoren, die direkt auf der Hardware eines Servers installiert werden und Hardware-Virtualisierung unterstützen

Typ 2: „Hosted“-Hypervisoren, die als Anwendungen auf dem bereits vorhandenen Betriebssystem eines Servers laufen und Software-Virtualisierung unterstützen

Bare-Metal vs. gehostet

Bare-Metal-Hypervisoren laufen ohne Host-Betriebssystem. Tatsächlich fungiert ein Bare-Metal-Hypervisor vom Typ 1 als Betriebssystem des Servers. Er verfügt über direkten Zugriff auf die zugrunde liegende Hardware. Da kein Host-Betriebssystem und keine anderen Anwendungen um physische Ressourcen konkurrieren, können Hypervisoren die gesamte verfügbare Rechenleistung und den gesamten verfügbaren Arbeitsspeicher nutzen und diese den virtuellen Gastmaschinen zur Verfügung stellen.

Dadurch sind Bare-Metal-Hypervisoren effizienter und leistungsfähiger als gehostete Hypervisoren. Bare-Metal-Hypervisoren sind die erste Wahl für die Virtualisierung in Unternehmen, bei der es darauf ankommt, den Betrieb zu optimieren und technische Probleme zu vermeiden.

Bare-Metal-Hypervisoren sind zudem sicherer. Da kein Host-Betriebssystem vorhanden ist, verringert sich die Angriffsfläche, wodurch alle Sicherheitslücken und Schwachstellen beseitigt werden, die mit der Nutzung von Betriebssystemen einhergehen. Auf diese Weise ist jede virtuelle Gastmaschine logisch von böswilligen Akteuren isoliert.

Gehostete Hypervisoren werden in der Regel für Entwicklungs- und Testzwecke eingesetzt, wenn Leistung und Sicherheit keine Rolle spielen. Sie lassen sich einfacher innerhalb des Betriebssystems installieren und ausführen, sodass Entwickler oder Systemadministratoren Testumgebungen auf dem Rechner einrichten können, während sie gleichzeitig andere Anwendungen nutzen können.

Die Quintessenz

Hypervisoren ermöglichen die Virtualisierung und bieten die Möglichkeit, mehrere virtuelle Maschinen auf einem physischen Rechner auszuführen. Durch die Umwandlung physischer Rechner in virtuelle lässt sich die Anzahl der benötigten physischen Rechner reduzieren. Anwendungen, die zuvor nebeneinander auf einem physischen Rechner installiert waren, werden nun unabhängig voneinander in virtuellen Maschinen ausgeführt, die auf demselben physischen Rechner laufen. Bare-Metal-Hypervisoren sind zwar komplexer in der Einrichtung als gehostete Hypervisoren, bieten den darauf gehosteten virtuellen Maschinen jedoch maximale Leistung, Skalierbarkeit und Stabilität.

Empfohlene nächste Lektüre

Digital-Spezialisten für Ticket Triage

Jedes IT-Team kennt das Problem. Ein Ticket geht ein, aber bevor jemand das Problem tatsächlich behebt, beginnt die eigentliche Arbeit [...]